[Reihenrezi] "Die Wölfe von Mercy Falls" oder auch: Septemberbücher


Ich hatte nicht vor diese Trilogie nochmal zu lesen, irgendwie hatte ich den Zeitpunkt dafür verpasst. Aber dann hat meine Schwester mir so lange vom ersten Buch vorgeschwärmt, dass ich einfach mal anfangen musste.
Zum Glück kann ich nur sagen!



Story
Diese Reihe besticht durch ihre Vielfältigekeit. Sie hat von allem etwas, sie ist romantisch, aber nicht kitschig, sie ist ruhig, aber doch untergründig spannend und sie weiß zu überraschen, obwohl man immer denkt, man wüsste schon was passiert. Außerdem ist sie oft humorvoll, was aber immer perfekt passt, und nie aufgesetzt wirkt.
Der erste Teil ist eher ruhiger und bezieht sich größtenteils auf die Beziehung zwischen Grace und Sam- mir war das ganze fast schon zu ruhig, was auch der Grund ist, warum ich diesem Teil nur vier Sterne geben würde. "Nach dem Sommer" könnte man auch als Einzelteil lesen, da am Ende des Buches eigentlich alle Probleme geklärt sind.
Die nächsten zwei Teile werden spannender, rasanter und noch vielschichtiger, was mir sehr gut gefallen hat.
Ich finde es wunderbar wie die Autorin Alltägliches, wie Grace' Probleme mit ihren Eltern, mit Übernatürlichem, der Sache mit den Wölfen, verbindet.
Werwölfe sind zwar nichts neues, aber Maggie Stiefvater hat ihren Wölfen einen Hintergrund, eine Begründung und etwas außergewöhnliches gegeben.
Außerdem beruht auch hier nicht alles auf Magie, sondern teilweise tischt Cole dem Leser, wie ich finde, nachvollziehbare medizinische Erklärungen auf, die dem ganzen aber nicht seinen Zauber nehmen, sondern es realistischer wirken lassen.

Charaktere
Grace ist, nicht wie Bella, sorry für den Vergleich, aber ich kann nicht anders, seid ich das mal irgendwo gelesen habe. Sie hat Freunde, Olivia und Rachel, und ein Leben. Am Anfang wirkt Grace noch unnahbar, kalt, langweilig und humorlos. Aber schon bald wird klar, dass man mit ihr eine glaubwürdige, liebenswerte Protagonistin gefunden hat, die einen immer wieder überrascht, die über sich selbst hinauswächst und trotzdem ihre Schwächen hat.
Sam, obwohl er der ist, der sich ab und zu mal in einen Wolf verwandelt, wirkt gar nicht wie der übernatürliche, mysteriöse und unnahbare Held eines jeden Buches. Er ist eher der nette Junge von nebenan, der aber im Laufe der Reihe auch noch einiges an Tiefe gewinnt.
Grace und er geben ein wundervolles Paar ab. Oft nerven mich kitschige, auf pseudo-romantische getrimmte Beziehungen in Büchern, doch diese beiden haben nichts davon. In dieser Reihe findet man keine überdramatisierte, pathetische, kitschige, nervige, unrealistische und kurzweilige Beziehung/Liebe, bei der man sich als Leser fragt, wie das bitte gehen soll und was diese beiden Personen gemeinsam haben!
Ich würde sogar so weit gehen und sie als mein lieblings Buch-Pärchen bezeichen :)
Die Dialoge zwischen den beiden wirken unglaublich echt und glaubhaft, mal sind sie lustig, mal ernst- aber immer wieder realistisch.
Die Liebe (und hier kann man ganz klar von Liebe sprechen!) zwischen den beiden ist so natürlich und tief. Das liest man selten. Sie wirkt nicht gewollt. Das war wirklich fast schon zu schön, um wahr zu sein. Aber dazu hat die Autorin am Ende etwas in ihre Danksagung geschrieben, was ich nett fand: "Viele, viele Leser haben mich wehmütig über Sams und Grace´ Beziehung ausgefragt und ich kann euch versichern, so etwas gibt es wirklich. Eine solch gegenseitige, respektvolle, bleibende Liebe ist absolut erreichbar, solange man sich nur niemals mit weniger abspeisen lässt."

Isabel und Cole wirken zu Beginn wie der Gegensatz zum Traumpaar Grace & Sam, aber- auch wenn Isabel das manchmal auch denkt- sind sie das nicht. Was die beiden so liebenswert macht ist, dass sie ständig versuchen nicht zu zeigen, wie kaputt sie innerlich sind, man es aber doch manchmal merkt. Mehr und mehr bekommt man als Leser ein Bild davon wie die beiden ticken, wie falsch man sie eingeschätzt hat.
Aber es macht nicht -zack- und sie sind glückliche Menschen, nein, es gibt immer wieder Rückschläge, an denen sie manchmal selber, manchmal die anderen, und manchmal niemand schuld sind/ist.
Cole ist richtig intelligent und trägt so sehr zum Fortlauf des Geschehens bei- sowas gibt's echt nur in Büchern, aber es ist ja auch ein Buch^^
Oft ist es aber auch so das gerade sehr schlaue Menschen, eben weil sie so viel über alles nachdenken, so selbstzerstörerisch sind. Cole und Isabel sind solche Menschen, beide auf ihre Art, aber doch wieder gleich.
Jeder Streit zwischen den beiden ergab Sinn, das war nicht so von wegen "es muss jetzt unbedingt Spannung aufgebaut werden", sondern weil diese Konflikte ausgetragen werden mussten!
Die Gespräche der beiden fand ich wirklich klasse, besonders der dauerhafte Zwiespalt zwischen der Anziehungskraft zwischen den beiden und dem rationalen Denken, was gut für einen ist- jeweils nicht der andere- wurde gut dargestellt.

Und nun noch ein letzter Punkt über die gute alte Familie ;)
Besonders Sams hat es mir angetan.
Beck, Ulrik, Paul und co. Selbst wenn der Leser nur die Geschichten über sie erzählt bekommt, da diese Wölfe sind, die sich nicht mehr zurückverwandeln(oder es gerade nicht tun), sind sie real. Und wenn man hört, was für ein Glück Sam mit diesen wunderbaren Menschen/Wölfen hat, die alle so unterschiedlich sie auch sind, immer für ihn da waren/sind, wird einem ganz warm ums Herz.



Schreibstil
Tja, Maggie Stiefvater hat es einfach drauf. Die Bücher lesen sich flüssig und schnell, aber nicht platt, hinter den Worten steckt immer noch eine Bedeutung.
Die Gedichte und Sams Songtexte, die immer wieder vorkommen, runden das ganze noch perfekt ab, und voilà: super Bücher! <3


Fazit:
LESEN!
Auch an die, die den ersten teil solala fanden (ich kann verstehen, der ist vielleicht nicht was für jeden), danach steigert sich die Reihe noch wirklich enorm!

5 Sterne



1 Kommentar:

  1. Ich weiß ja nicht ... ich fand den ersten Teil wirklich eher bäh :-/

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